|
|
Der Conseil d'Education vom 16. Februar 1976 Anwesend waren alle Mitglieder außer Herrn Steinmetz, der von Frl. Deville vertreten wurde, Herrn Berrino (vertreten durch H. Ballabio) sowie Claudio Romanini und Herrn Direktor Sardo, die sich beide entschuldigen ließen. Ich mache darauf aufmerksam, daß alle Entscheidungen, Daten etc. vom 16. 2. stammen und somit zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Zeitung bereits überholt sein können. Punkt 1. Müssen die Schüler während der Pause das Schulgebäude verlassen? Generell ja. Ausnahmen: wenn jemand telefonieren will, wenn jemand krank ist (Erkältung). Im letzteren Fall kann er bei Herrn Meyer die Genehmigung erhalten, die Pause innerhalb des Schulgebäudes zu verbringen. Die Schüler sollten während der Pause an die frische Luft kommen, dies bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Von Seiten der Schüler kam jedoch der Einwand, daß an kalten Tagen sicher viele Schüler lieber im Innern der Schule bleiben würden. Die Einrichtung eines Pausenaufenthaltsraums wurde als undurchführbar abgelehnt (Aufsicht, Abfälle, Zahl der Schüler!). Jedoch wurde der Entschluß gefaßt, den Parterre-Teil des Gebäudes C (vor dem Büro von Herrn Meyer) probeweise bis zu den Karnevalsferien zu öffnen, sodaß die Schüler, die wollen, dort Schutz suchen können - jedoch nur, wenn die Witterung es erforderlich macht. Nach Ende dieses Versuchs wird eine endgültige Regelung diskutiert werden. Punkt 2. Feuer- bzw. Bombenalarm: Es wird vor den Osterferien ein Probealarm gegeben werden, dessen Termin nur dem Direktor bekannt sein wird. Alle Lehrer und Schüler haben dann sofort das Gebäude zu verlassen. Außerdem werden in nächster Zeit Anweisungen in den Gebäuden ausgehängt, auf denen klar und deutlich stehen wird, was im Alarmfalle zu unternehmen ist. Einige Informationen: alle Fenster im Erdgeschoß gelten als Notausgänge; die Lautsprecher in den Klassenräumen können nicht zur Warnung der Schüler benutzt werden, da sie - im Gegensatz zu denen der Grundschule - nicht an ein zusammenhängendes System angeschlossen sind; Grund- und Oberschule haben voneinander unabhängige Alarmsysteme; im Brandfall dient das Schwimmbecken der Feuerwehr als Wasserreservoir; in Zukunft wird auch bei Bombenalarm die Sirene in Betrieb gesetzt!! Punkt
3. Rauchen in der Schule: Einige Mitglieder der Schülervertretung
wollten erreichen, daß die Raucherlaubnis bis zur 5. Klasse
einschließlich heruntergesetzt wird. Über diesen Punkt wurde wohl am
längsten diskutiert, es ist aber nicht leicht, das Wesentliche herauszufiltern. Ich fasse kurz zusammen: Man kann nicht erwarten, daß
auch nur eine Mehrheit der Schüler mit einer diesbezüglichen Regelung,
wie sie auch lauten möge, einverstanden sein werden. Welchen Raucher
beeindruckt es schon, daß er seine Gesundheit ruiniert, mancher glaubt es
nicht einmal - welcher Nichtraucher hat sich nicht schon einmal über
Raucher geärgert bzw. die mit dem Rauchen verbundenen Nachteile erkannt.
Nur zur Diskussion: ein Herabsetzen der Raucherlaubnis von der 7. auf die
5. Klasse steht außer Frage. Vielmehr wurde von vielen Mitgliedern des
C.d.E. ein generelles Rauchverbot innerhalb der Schulgebäude oder sogar
auf dem ganzen Schulgelände - und zwar für Schüler UND Lehrer -
gefordert. Hierzu einige Argumente in beiden Richtungen: Beschluß: Vorläufig bleibt alles, wie es ist. Die Frage geht weiter an die Lehrerversammlung, da das Erziehungskommitee hier nicht mehr allein zuständig ist. Die 7. Klassen dürfen nur im oberen Teil des Schulhofs rauchen, die Lehrer NICHT IN DEN KLASSENRÄUMEN! Das Rauchen der 1. - 6. Klassen in der Pause und in den Toiletten ist somit allerdings nicht gelöst. Ich selbst bin Nichtraucher und der Meinung, daß ein generelles Rauchverbot innerhalb der Schulgebäude die im Moment beste erreichbare Lösung wäre. Aus dem Kommitee kamen Vorwürfe, ich würde die Meinung der Schüler nicht vertreten, sondern nur meine eigene: Zum einen ist diese Frage kein Problem der deutschen, sondern aller Schüler, zum anderen vertreten mindestens 4-5 Mitglieder des Kommitees ziemlich eindeutig die Raucher. Ich sehe also keinen Fehler darin, die Interessen zumindest eines größeren Teils der Nichtraucher zu vertreten (denn schließlich sind diese auch sehr zahlreich!), zumal es ja um einen reinen Meinungsaustausch und nicht etwa um eine Abstimmung ging. Abgesehen davon habe ich persönlich überhaupt nichts gegen Raucher. Punkt 4. die Einrichtung einer "Buvette" (Getränkeausgabe) während der Pause. Folgendes Ergebnis: In einem Teil der Kantine wird während der Pause ein Getränkeausschank eingerichtet. Hier werden von Schülern gegen Tickets (dieses System wurde übernommen, da der bargeldlose Verkehr viel schneller geht als umständliches Bezahlen) Getränke ausgeteilt. Bemerkungen: Kohlensäurehaltige Getränke wie Cola, Fanta, alkoholische Getränke sind von der Elternvereinigung (!!) nicht für den Ausschank in der Schule freigegeben worden. Angeboten werden also Fruchtsäfte, Milchgetränke und warme Getränke (Tee, Kaffee). Ich hoffe, daß das Schülerkommitee einen Einfluß auf Qualität, evtl. Marken und sonstige Beschaffenheit der Getränke haben wird. Es wird ab sofort (16. 2.!) eine Umfrage bei den Schülern über die Art der Getränke abgehalten. Punkt 5. Bibliothek: Diese wird ab 23. 2. wieder durchgehend während der Unterrichtsstunden geöffnet sein. Ein Reglement wird ausgehängt, die weitere Entwicklung wird abgewartet; evtl. werden notwendig erscheinende Maßnahmen ergriffen werden, die die jeweilige Situation korrigieren sollen. Punkt 6. Probleme der Aufsicht (Kantine, Raum 016 etc.): Das Kommitee wird eine Liste von Beschwerden, Verbesserungsvorschlägen etc. aufstellen, die Herr Meyer mit den "Surveillants" diskutieren wird. Das scheint das Vernünftigste in der momentan so zerfahrenen Situation zu sein. Punkt 7. Sauberkeit der Schule: Die Schülervertreter werden auf einem Plan aufzeichnen, wo Mülleimer auf dem Schulgelände fehlen (Sportplatz...). Der Versuch einer "Sauberkeitskampagne" läuft weiter. Punkt 8. Verschiedenes: Die Lehrer werden nochmals darauf hingewiesen, daß sie verpflichtet sind, Kompositionen in das dafür vorgesehene Buch einzutragen. Da dies bisher nicht immer der Fall gewesen war, gibt es Klassen, die 3 Kompositionen pro Tag schreiben müssen (Maximalzahl: 2!). Dabei haben die sog. multinationalen Klassen (z.B. bei Geographie, Geschichte...) Vorrang vor den rein nationalen Klassen, da bei ersteren logischerweise schwerer ein Termin zu finden ist. In der Kantine können keine Tische zusammengrückt werden, da bei einem Brand dadurch die Evakuierung des Gebäudes beeinträchtigt würde (Bedingung der Versicherung!!). Die Diebstähle in der Schule nehmen in letzter Zeit wieder zu. Eine wirksame Bekämpfung ist schwer, jedoch geben die Schüler den Dieben immer wieder Gelegenheiten, indem sie z.B. Geldbeutel mit größeren Geldbeträgen oder wichtigen Papieren in ihren Manteltaschen auf dem Flur hängenlassen oder auf andere leichtsinnige Weise diese Diebstähle erleichtern (es liegt auch an euch, dies zu ändern!!). Die Lehrer werden gebeten, soweit möglich die Taschen der Schüler während der Pause in den Klassenräumen einzuschließen. Die Diebstahlgefahr ist auch der Grund, warum sich während der Pause im Gebäude niemand aufhalten darf (wer sich z.B. auf die Toilette zurückzieht, macht sich somit automatisch verdächtig!). Für die Fundgegenstände, ihre Aufbewahrung und Rückgabe wird eine neue Regelung getroffen, genaueres ist noch nicht bekannt. Gegen 17.30 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. Ich möchte darauf hinweisen, daß dies nicht das offizielle Protokoll des Conseil ist; ich versuche, die Schüler so gut wie möglich und über alle Details der Diskussion objektiv zu informieren, trotzdem enthält dieser Bericht teilweise meine persönliche Meinung und entspricht somit nicht immer 100-%ig der Meinung jedes Mitglieds des C.d.E. So viel zum juristischen Standpunkt, den man ja in letzter Zeit besonders berücksichtigen muß!* Die Schülervertreter sind im großen und ganzen mit ihrer Arbeit zufrieden; wir warten auf Kritik, Stellungnahmen und Vorschlägen zu unserer Arbeit. Eure Meinung wird berücksichtigt, schließlich sind wir ja von ihr abhängig. Der nächste C.d.E. findet am 21. April statt. Ein günstigerer Termin war wegen Ferien, Kompositionen, Konferenzen und dem Ausflug der 6. Klassen nicht möglich. Klaus Detzel * Ich bedaure außerdem, daß diese Artikel nur in deutscher Sprache erscheinen, da sie ihrer Länge und Sprachschwierigkeiten wegen sehr schwer zu übersetzen sind und ich sowieso meist unter Zeitdruck stehe. |